H #48 - Hazy IPA v4 Juicy or Hazy India Pale Ale / 6,5%

Bier vom Etikett

#48 Hazy IPA v4

StilJuicy or Hazy India Pale Ale Alk. Vol.6,5% IBU33,9 EBC5,3

Zum Bier

Ein New England (India) Pale Ale (NEIPA) zeichnet sich durch eine relative geringe Hopfenbittere, ein samtig weiches Mundgefühl und intensiv fruchtigen Aromen aus.
Die meist mit dem Stil assoziierte "trübe Brühe" ist im Idealfall Folge der Verwendung proteinreicher Malze und sehr viel Hopfen. Das opake Antlitz ist lediglich ein "Nebeneffekt" und nichts, was geplant (zB durch Hefe(-bodensatz) oder Mehl) sein sollte.

IBU sind geschätzt. 5 Minuten Nachisomerierung (100->80°C), Whirlpoolgaben bei ca. 80 °C für 15-20 Minuten, danach wird (in ca. 15 min) auf Anstelltemperatur abgekühlt (ca. 30 min insgesamt). Wer es noch milder mag, kann die 60 min Gabe weglassen - durch den Whirlpool wird das Bier schon bitter genug.

Beim Erstellen des Rezeptes wurden neuste Erkenntnisse zu Hopfen aus der Populärliteratur, z.B. von Scott Janish, Michael Tonsmeire und Stan Hieronymous, verwendet.

Der Whirlpool mit Columbus und Centennial/Comet sorgt für reichlich Geraniol und Linalool in der Würze - bei einem überschaubaren Preis. Comet wäre die günstigere und dennoch ähnliche Alternative zu Centennial. Vom Columbus bleibt ein markanter, angenehmer Grundton, der den Gesamteindruck abrundet. Alternativ können Mosaic und/oder Simcoe im Whirlpool verwendet werden - verändert natürlich das Bier, jedoch keineswegs zum Schlechteren.

In Anwesenheit von Linalool wird Geraniol dann bei der Gärung zu Citronellol verstoffwechselt, welches einen großen Beitrag zum gesamten fruchtigen Aroma/Geschmack leistet.

Beim Stopfen bringt Galaxy zusätzlich mit seinem recht hohen Anteil an (sehr volatilem) 4MMP sehr exotische Noten mit. 4MMP-lastige Hopfen (Citra, Simcoe, Mosaic, Galaxy, Nelson etc. etc.) sind im Heißbereich etwas "verschenkt", da 4MMP sehr schnell aus der Würze verschwindet bei hohen Temperaturen. Mosaic und Simcoe, beispielsweise haben jedoch einige andere Aromastoffe, die in der Würze verbleiben (daher oben als Alternative angegeben).

Viel höher als 8 g/L bringen wohl keine großen Vorteile im Aroma (Studie mit Cascade Hopfen - andere Hopfen könnten sich anders verhalten), schmälern aber deinen Geldbeutel. (https://patspints.com/2019/01/16/the-surprising-science-of-dry-hopping-lessons-from-tom-shellhammer/)

Idealerweise wird dieses Bier mit einer London III Hefe (trocken: Lallemand Verdant IPA, flüssig: London Fog, A38 Juice, WY1318) oder der Conan vergoren. Habe neuerdings auch interessante Versionen mit diversen Kveiks vergoren (POG und Hornindal waren bislang meine Favoriten). Die S-04 empfehle ich nur, falls keine zuvor genannte Hefe verfügbar ist.

Ich stopfe sobald ca. 66% des EVG erreicht sind. Neuerdings gebe ich die Hälfte meines Stopfhopfens bei 66% hinzu und dann die andere Hälfte nach vollständiger Vergärung bei 12°C.

Ich stopfe bei noch aktiver Hefe, jedoch nachdem die stärkste Phase der Gärung beendet ist und lasse den Hopfen bis zum Ende der HG bei HG Temperatur, danach wird der Gäreimer auf ca. 12 °C gekühlt, um Diacetyl (VDK) und Übervergärung durch Hopfenenzyme in Grenzen zu halten. Ca. 5 Tage nach der Hopfengabe wird abgefüllt. In der Nachgärung werden der zugefügte Zucker und mögliche Zucker und Diacetyl vom Stopfen verstoffwechselt (http://scottjanish.com/a-case-for-short-and-cool-dry-hopping/ und https://beersmith.com/blog/2019/03/31/dry-hop-creep-over-carbonation-and-diacetyl-in-beer/ und https://coloradobeer.org/tech-safety-post/vdk-warm-dry-hops-a-love-story/). Daher meine Karbonisierung auf 4.5 g/L. Anschließend wird ein paar Tage gekühlt und dann getrunken :)

Denali drückt das ganze Aromenprofil in Richtung Ananas, wohingegen beim Galaxy eher Maracuja dominiert. Zusammen bilden die beiden Hopfen ein wunderbares TAG TEAM.

Wasserprofil:
Cl: 150
SO4: 100
Maische pH: 5,2-5,4

NEIPAs wird schnelle Oxidation - vor allem bei Flaschenabfüllung - nachgesagt. Ich hatte bislang gar keine Probleme damit.
Versucht die kalte Würze/das Jungbier so wenig wie möglich plätschern zu lassen. Lasst möglichst wenig Luft im Flaschenhals.

Ich denke zusätzlich, dass durch die Nachgärung einiges an Sauerstoff aus dem Jungbier gezogen wird und daher die Haltbarkeit relativ hoch ist. Wer mag, kann bei Abfüllung 0,3 g/20L Natrium-/Kaliumdisulfit hinzufügen - das sollte noch besser vor Oxidation schützen. Mache ich persönlich nicht (mehr).

Noch eine Anmerkung, da es ein paar Rückmeldung bzgl Hop burn gab:
1) Stellt sicher, dass keine Hopfenpartikel ins abgefüllte Bier kommen.
2) Stopfhopfen ehöht den pH-Wert im Allgemeinen und dies gibt den Eindruck einer höheren Bittere. Hier ein netter post darüber: http://scottjanish.com/a-look-at-ph-in-hoppy-beers/
Heißt: pH bei allen Stufen des Prozesses im Auge behalten. Evtl das Bier beim Abfüllen etwas nachsäuern auf pH 4,2-4,4 (laut obigem Artikel).

Sud & Rezept

Rezept
Hazy IPA v4
Rezeptversion
2.12.1
Sudnummer
48
Braudatum
02.07.2025
Stil
Juicy or Hazy India Pale Ale
Stammwuerze
1,063
Restextrakt
1,013
Farbe
5,3

Rezeptnotizen

Malz: Maris Otter MD, Extra Pale Premium Pilsner, Oats, Flaked, Barke Munich Malt, Weizen Malz
Hopfen: Chinook, Simcoe, Mosaic Cryo, Nectaron, Spectrum Mosaic
Hefe: Verdant IPA